Schwarzbuch Weiterbildung

Honorarkräfte werden seit langem als billige Unterrichtskraft genutzt. Und dies seit der großen Krise in der Weiterbildung 2003-2006 in deutlich zunehmendem Maße. Parallel zu den sinkenden Gehältern der zunehmend nur noch befristet Angestellten in der Weiterbildung verschlechtert sich auch die Situation von uns Honorarkräften immer mehr: sei es durch sinkende Honorarsätze (beispielsweise durch Umdefinition einer Unterrichtsstunde von 45 auf 60 Minuten) oder unverbindlichere Auftragszusagen. Meist Einzelkämpfer, teils Konkurrenten, wehren wir "Freie" uns nur selten dagegen; es droht der Auftragsentzug.

Wir, eine Gruppe Honorardozenten aus dem norddeutschen Raum, treffen uns seit mehreren Jahren regelmäßig bei ver.di zum Erfahrungsaustausch über die Arbeit und das Überleben im ‚Honorar-Dschungel‘. Dabei ist die Idee entstanden, unsere Erfahrungen durch diese Seite öffentlich zu machen und so unsere Sprachlosigkeit zu durchbrechen.

Wir möchten auch Euch, betroffene Honorarkräfte, ermutigen, Eure Erfahrungen aufzuschreiben und hier anonym zu veröffentlichen! Ein Anfang ist gemacht...
Raus aus dem Schattendasein!

Schickt Eure Beiträge an roland.kohsiek@verdi.de und angelika.gericke@verdi.de



Monster-Bürokratie – mit etlichen Pferdefüßen

Zunächst musste ich die erste Unterrichtseinheit „hospitieren“, unentgeltlich versteht sich. Danach konnte es ja losgehen, dachte ich. Doch zunächst musste ich meinen vorhandenen Lebenslauf in eine umfangreiche Excel-Tabelle übertragen. Dann kommt ein Hammer: Ich soll sämtliche Unterrichtsinhalte 48 Stunden vor dem Beginn der Unterrichtseinheit per E-Mail einreichen und jeder Inhalt zu jeder Stunde muss von der Leitung freigegeben werden. Begründung: Ich könnte ja politisch nicht korrekte Inhalte in dem Kurs verbreiten.

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