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Arbeitsgesellschaft und Industrielle Demokratie

Selbstständige Lehrkräfte aus der beruflichen Weiterbildung für Interviews gesucht !

Das Forschungsprojekt "Arbeitsgesellschaft und industrielle Demokratie" widmet sich der Untersuchung von atypischer Beschäftigung in Österreich und Deutschland. Im Zentrum der Untersuchung stehen die Fragen nach den professionellen und sozialen Lagen der Betroffenen sowie die Auswirkungen von atypischer Beschäftigung auf Akteure und Institutionen der (betrieblichen) Mitbestimmung (also: Gewerkschaften, Betriebsräte etc.). Unter atypischer Beschäftigung wird dabei eine von dem traditionellen Normalarbeitsverhältnis abweichende Beschäftigungsform verstanden. Im Rahmen unserer Studie konzentrieren wir uns dabei auf Leiharbeiter und abhängig Selbstständige. Unter letzterem verstehen wir formal Selbstständige, die aber wesentlich von einem oder wenigen dauerhaften Auftraggebern abhängen. Der Bereich der beruflichen Weiterbildung und Erwachsenenbildung scheint besonders betroffen, da hier nach Schätzungen ca. 90 Prozent aller Lehrenden als 'abhängig Selbstständige' arbeiten.

Abhängig Selbstständige stehen im Kontext ihrer Erwerbsarbeit ganz spezifischen Problemlagen gegenüber, die wir genauer ergründen wollen. Neben einer bescheidenen Entlohnung als Honorarkraft dürften Fragen der sozialen Sicherung sowie der Einbindung in den 'Betrieb' zentral sein. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage nach der Interessenvertretung dieser Gruppe im Betrieb und darüber hinaus.

Das Team für die Untersuchung in Deutschland hat in einer ersten Phase Interviews mit Gewerkschaftern in Bezug auf deren Problemeinschätzung und Strategien durchgeführt. Nunmehr wollen wir mit selbstständigen Lehrkräften der Branche sprechen, um deren Probleme, Interessen und Wünsche zu erfragen. Für Einzelinterviews sowie ein oder zwei Gruppeninterviews suchen wir daher GesprächspartnerInnen. Besonders erfreut wären wir über Rückmeldung von Soloselbstständigkeit an Volkshochschulen, an privaten Weiterbildungseinrichtungen sowie dem Berufsfortbildungswerk des DGB. Die Interviews sollen schwerpunktmäßig im Raum Berlin stattfinden.
Der inhaltliche Fokus liegt auf den Fragen nach der beruflichen und sozialen Lage der freien Lehrkräfte sowie deren Interessenvertretung in der Branche. Fragen nach spezifischen, womöglich vertraulichen Betriebsinterna werden nicht gestellt, bzw. - falls sie doch zur Sprachen kommen - nicht ausgewertet. Anonymität wird selbstverständlich gewährleistet.

Das Projekt „Arbeitsgesellschaft und industrielle Demokratie in Europa“ ist an der Universität Wien angesiedelt und eines von 23 Teilprojekten zur Erforschung der Zukunft der Europäischen Demokratie (NODE, http://www.node-research.at). Finanziert wird dieser Forschungsverbund von dem Österreichischen Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur.

Weitere Informationen unter http://www.node-research.at/lp.php?id=243. An einer Mitarbeit Interessierte wenden sich bitte an Dr. Andreas Aust, Tel. 030-44033093 (andreasaust@aol.com) oder Daniel Gerstenhauer, Tel. 030-03572326 (daniel.gerstenhauer@web.de).

Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 30.04.2006

Quelle: www.netzwerk-weiterbildung.info
Druckdatum: 05.12.2020