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88.000 Unterschriften gegen Rotstift bei den Volkshochschulen im Land

Über 88.000 Unterschriften gegen Landeskürzungen

Mit Beginn des Herbstsemesters haben die Volkshochschulen im Land zu einer Protest-Kampagne gegen die Kürzungen der Landesförderung für die Weiterbildung aufgerufen. In nur zwei Wochen haben sich insgesamt 88.045 Bürger/innen an der Unterschriftenaktion beteiligt und sich auf den landesweit in den Volkshochschulen ausgelegten Listen eingetragen.

vhs-Verbandsdirektor Huba: "Weiterbildungsangebot wird kaputt gespart"

Mit ihren Unterschriften protestieren die 88.045 Bürger/innen gegen die Sparpolitik der Landesregierung. In den vergangenen zehn Jahren wurden 60 Prozent der Landeszuschüsse für die 175 Volkshochschulen im Land gekürzt. In diesem Sommer betrafen die Sparmaßnahmen sogar die laufenden Mittelzuschüsse. Inzwischen trägt das Land nur noch zu 5,8 Prozent zur Finanzierung der Arbeit der Volkshochschulen bei. „Auf diese Art und Weise wird ein gewachsenes, flächendeckendes Weiterbildungsangebot systematisch kaputt gespart“, so der Direktor des Volkshochschulverbandes Baden-Württemberg, Dr. Hermann Huba. „Schon mit den bisher erfolgten Einsparungen haben die Volkshochschulen einen extrem hohen Beitrag zur Sanierung des Landeshaushaltes geleistet“, erklärt Huba und fordert damit, weitere Sparmaßnahmen im kommenden Doppelhaushalt 2007/2008 zu unterlassen. „Das Maß ist voll - viele Volkshochschulen sind am Ende ihrer finanziellen Kräfte“, so seine eindeutige Aussage.

Unterschriften im Kultusministerium übergeben

Am 17. Oktober um 09:45 Uhr werden Vertreter/-innen der Volkshochschulen aus dem ganzen Land zusammen mit der Kirchlichen Landesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung (Kilag) die gesammelten Unterschriften im Kultusministerium Baden-Württemberg übergeben.

„Die Unterschriften sind ein Zeichen dafür, dass sich die Bürgerinnen und Bürger aktiv für die Bildungsarbeit der Volkshochschulen einsetzen“, betont Huba.

Ziel des vhs-Verbands: Lebenslanges Lernen zu sozialverträglichen Preisen für alle

Gleichzeitig signalisiert Huba aber auch Gesprächsbereitschaft. „Es muss unser gemeinsames Ziel sein, allen Gruppen der Bevölkerung lebenslanges Lernen zu sozialverträglichen Preisen anzubieten“, so der Direktor des Volkshochschulverbandes. Betroffen wären von weiteren Sparmaßnahmen bei den Volkshochschulen vor allem Angebote im Bereich der Alphabetisierung, Integrationskurse und Bildungsabschlüsse des Zweiten Bildungswegs. „Aber auch Familien mit Kindern und Wenigerverdienende könnten sich Weiterbildung bei steigenden Teilnahmegebühren kaum mehr leisten“, erklärt Huba.

Quelle: Pressemeldung der VHS Böblingen-Sindelfingen vom 18.10.2006

Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 19.10.2006

Quelle: www.netzwerk-weiterbildung.info
Druckdatum: 27.11.2020